Neujahrsempfang im Aachener Rathaus: Handwerk bringt klare Impulse ein
Neujahrsempfang im Aachener Rathaus – starkes Handwerk für eine lebendige Stadt
Beim traditionellen Neujahrsempfang im Aachener Rathaus begrüßte Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons am 15. Januar 2026 Vertreterinnen und Vertreter der Kreishandwerkerschaft Aachen und deren Innungen flankiert von zwei Schornsteinfegerkolleginnen und -kollegen, politischen Vertreterinnen und Vertretern des Rates sowie Mitarbeitenden der Verwaltung zum gemeinsamen Austausch. In seiner Rede betonte er die starke Rolle des Handwerks für die Stadt Aachen und wie er sich ein partnerschaftliches Miteinander in herausfordernden Zeiten vorstellt. Gemeinsam sollen Themen wie die der neuen Vergaberegeln oder Mobilitätsaspekte angegangen und Probleme gelöst werden.
In seiner anschließenden Rede stellte Kreishandwerksmeister Herbert May die zentrale Bedeutung des selbständigen Handwerks für die Entwicklung der Stadt heraus. Er gratulierte Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons zu seiner Wahl und unterstrich die gemeinsame Verantwortung, Aachen in herausfordernden Zeiten verlässlich und handlungsfähig zu gestalten.
Der Neujahrsempfang im Rathaus sei jedes Jahr ein wichtiges Signal, so der Kreishandwerksmeister: Hier komme zusammen, „was eine Stadt trägt – Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Ehrenamt“. Die Kreishandwerkerschaft verstehe sich dabei als verlässlicher Partner der Stadt. Sie vertrete die Interessen von über 7.000 Handwerksbetrieben in Aachen und der Region, unterstütze Ausbildung und Unternehmertum und vermittle zwischen Praxis und Verwaltung.
Handwerk fordert verlässliche Rahmenbedingungen und praxisnahe Vergaben
Inhaltlich setzte die Rede klare Schwerpunkte. Ein zentrales Anliegen des Handwerks bleibt die Verkehrspolitik. Handwerksbetriebe seien auf funktionierende Mobilität angewiesen – von der Anfahrt zur Baustelle über Be- und Entladevorgänge bis hin zur Entsorgung. Der Kreishandwerksmeister plädierte daher für eine handels- und handwerksfreundliche Verkehrspolitik, die Klimaziele und Funktionsfähigkeit zusammendenkt. Praktikable Ladezonen, verlässliche Zufahrten und nachvollziehbare Regeln seien entscheidend, damit Arbeitsabläufe nicht unnötig ausgebremst würden.
Großen Raum nahm zudem das Thema der bereits von Herrn Dr. Ziemons angesprochenen neuen Vergaberegeln in Nordrhein-Westfalen ein. Seit dem 1. Januar 2026 gilt mit dem neu gefassten § 75a der Gemeindeordnung eine neue Systematik für kommunale Vergaben im Unterschwellenbereich. Das Ziel des Bürokratieabbaus werde vom Handwerk ausdrücklich unterstützt. Gleichzeitig warnte der Kreishandwerksmeister vor einem „Flickenteppich“ kommunaler Sonderregelungen. Sein Appell an die Stadt Aachen: auf eine eigene Vergabesatzung verzichten und stattdessen auf einfache, einheitliche und transparente Verfahren setzen.
Besonders wichtig sei die konsequente Fach- und Teillosvergabe. Nur so könnten regionale und mittelständische Handwerksbetriebe realistisch an öffentlichen Aufträgen teilnehmen. Überdimensionierte Lose, Generalunternehmermodelle oder funktionale Ausschreibungen dürften nicht zum Standard werden, da sie den Wettbewerb einschränkten und regionale Wertschöpfung schwächten. Auch bei der Festlegung von Schwellenwerten für Direktaufträge sei Augenmaß gefragt, um fairen Wettbewerb zu sichern.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Digitalisierung der Vergabeprozesse. Einheitliche, medienbruchfreie Plattformen erleichterten den Betrieben die Teilnahme an Ausschreibungen und erhöhten gleichzeitig die Zahl der Bieter für die Kommunen. Ebenso mahnte der Kreishandwerksmeister klare und faire Regeln an – von der fristgerechten Angebotsabgabe bis hin zu verlässlichen Leistungsverzeichnissen, die eine solide Kalkulation ermöglichen.
Aachener Handwerkerinnen und Handwerker als verlässliche Partner in herausfordernden Zeiten
Abschließend warb der Kreishandwerksmeister für eine enge und kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und Handwerk. Der bestehende Runde Tisch solle weiterhin alle sechs Monate stattfinden, „denn nur wer die Beweggründe seines Gegenübers versteht, kann diese in seiner täglichen Arbeit berücksichtigen“.
Mit Blick auf das neue Jahr wünschte Kreishandwerksmeister Herbert May Herrn Oberbürgermeister Dr. Ziemons eine glückliche Hand bei seinen Entscheidungen und betonte die Bereitschaft des Handwerks, Verantwortung zu übernehmen. „Möge 2026 für Aachen ein Jahr werden, in dem Dinge nicht nur geplant, sondern auch geschafft werden“, so sein Fazit. Die Kreishandwerkerschaft stehe dafür als verlässlicher Partner jederzeit zur Verfügung. Zum Abschluss überreichte Herr May auch in diesem Jahr wieder einen Baumkuchen, der von der Stadt an eine benachbarte Kita gespendet wird.
