Starkes Handwerk in der Städteregion
Neujahrsempfang bei Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier
Beim traditionellen Empfang der Kreishandwerkerschaft am 5. Februar 2026 im Haus der Städteregion Aachen wurde schnell klar: Das Handwerk ist längst mitten in den großen Zukunftsthemen angekommen – und will seine Stärken noch gezielter bündeln. Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier würdigte die Innungen als „aktive Mitgestalter des Strukturwandels“ und machte Mut, neue Werkzeuge pragmatisch zu nutzen – auch Künstliche Intelligenz. KI, so der Tenor, soll Abläufe erleichtern, nicht das Handwerk ersetzen. Denn: Die besondere Stärke des Handwerks sei gerade, sich Veränderungen zu stellen, statt vor ihnen zurückzuweichen.
Zum Austausch kamen Vertreterinnen und Vertreter aus den Handwerksinnungen, Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der städteregionsangehörigen Kommunen sowie Gäste aus Verwaltung, Kommunal-, Landes- und Bundespolitik zusammen. Neben Kreishandwerksmeister Herbert May und dem Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Aachen, Yannic Schmitt, waren zahlreiche Ehrenamtliche und Verantwortliche dabei. Ein deutliches Signal: Handwerk funktioniert als Netzwerk, und genau dieses Netzwerk ist in bewegten Zeiten ein echter Standortvorteil.
Inhaltlich ging es um die aktuellen organisatorischen und wirtschaftlichen Herausforderungen, die die Innungen in der Region beschäftigen. Besonders drängend: der Fachkräftemangel, steigende Kosten und Unsicherheiten, die viele Betriebe seit längerem begleiten. Auch die Folgen des anhaltenden Ukrainekriegs – etwa Belastungen durch Energiepreise und allgemein höhere Ausgaben – wurden als realer Druck auf Betriebe und Beschäftigte benannt. Gleichzeitig wurde betont, dass das Handwerk trotz dieser Rahmenbedingungen verlässlich bleibt: als Ausbilder, als Arbeitgeber und als Partner für kommunale Entwicklung.
Spürbar war an dem Morgen aber vor allem der Gestaltungswille. Statt nur Probleme zu sammeln, wurde nach Lösungen gesucht: Wo können Prozesse einfacher werden? Wie lässt sich Zusammenarbeit zwischen Innungen, Kommunen und Verwaltung beschleunigen? Und wie können neue Technologien so eingesetzt werden, dass sie den Alltag im Betrieb wirklich erleichtern – vom Büro über die Baustelle bis zur Werkstatt? KI wurde dabei als praktisches Hilfsmittel diskutiert, das Zeit sparen, Routineaufgaben reduzieren und Wissen besser verfügbar machen kann, ohne das Herzstück des Handwerks anzutasten: Können, Erfahrung und Verantwortung vor Ort.
Die Herausforderungen sind groß, aber die Region setzt auf das Handwerk – und das Handwerk setzt auf Zusammenhalt. Wer dabei war, hat gemerkt, wie wertvoll der direkte Draht zwischen Betrieben, Innungen, Politik und Verwaltung ist. Genau diese Gespräche, dieses „Wir ziehen an einem Strang“, macht am Ende den Unterschied: bei Fachkräftegewinnung, bei besseren Rahmenbedingungen und beim gemeinsamen Blick nach vorn.
(Fotos: Marijke Stasch, StädteRegion Aachen)

