„Qualität braucht Haltung“ – Mike Crott aus Aachen zeigt, wie Barbershop richtig geht

Mike Crott stylt die Haare eines Kunden

Wenn man Mike Crotts Barbershop in Aachen betritt, merkt man schnell: Hier geht es um mehr als nur Haarschnitte. Es geht um Handwerk, Präzision und um eine klare Haltung.

Zwischen klassischen Barber-Elementen und modernem Styling hat sich Crott in den vergangenen Jahren einen festen Platz in der Aachener Friseurszene erarbeitet. Als Innungsmitglied und engagierter Ausbilder steht er dabei bewusst für die Werte des Handwerks ein.

„Ich wollte nie einfach nur einen Laden aufmachen“, sagt Mike Crott. „Mir war wichtig, dass das, was wir hier tun, echtes Handwerk ist und dass es sauber und korrekt gemacht wird.“

Leidenschaft für das Handwerk und Verantwortung für den Nachwuchs

Schon früh hat Crott seinen Weg im Friseurhandwerk gefunden. Die Faszination für präzise Schnitte, Bartpflege und Stil entwickelte sich schnell zu einem eigenen Konzept: ein moderner Barbershop, der traditionelle Werte mit zeitgemäßen Trends verbindet. Doch für ihn gehört mehr dazu als Technik und Style. Als Ausbilder übernimmt er bewusst Verantwortung auch für die nächste Generation im Handwerk.

„Ein guter Schnitt ist das eine“, erklärt er. „Aber genauso wichtig ist, dass wir unser Wissen weitergeben. Ausbildung ist für mich kein Nebenbei-Thema, sondern ein zentraler Bestandteil unseres Berufs.“ Crott engagiert sich aktiv in der Gesellenausbildung und setzt sich dafür ein, jungen Menschen eine fundierte, qualitativ hochwertige Ausbildung zu bieten. „Wenn wir nicht ausbilden, verlieren wir langfristig unsere Qualität. Das ist für mich keine Option.“

Klare Linie statt Grauzone

Gerade in einer Branche, in der Barbershops immer wieder kritisch diskutiert werden, positioniert sich Crott bewusst deutlich – auch als Mitglied der Friseurinnung. „Ich finde es schade, dass Barbershops oft pauschal in eine Ecke gestellt werden“, sagt er. „Es gibt viele, die ihren Job richtig gut und vor allem ehrlich machen.“

Gleichzeitig spricht er auch die Probleme offen an: „Natürlich gibt es Betriebe, die sich nicht an Regeln halten. Keine Anmeldung, keine Rechnungen, solche Dinge. Das hat mit Handwerk nichts zu tun. Das ist einfach unfair gegenüber allen, die es richtig machen.“ Und Regeln sind besonders wichtig bei der Hygiene. Crott, der auch Markenbotschafter von Novicide ist, betont: „Hygiene ist enorm wichtig. Das wird leider häufig ignoriert, aber in der heutigen Zeit ist es wichtiger denn je, dass die Hygienevorschriften eingehalten werden.“

Kritik aus der Innung – und warum sie berechtigt ist

Die Friseurinnungen beobachten diese Entwicklungen seit Jahren mit Sorge. Vor allem dort, wo gesetzliche Vorgaben umgangen werden, entstehen Wettbewerbsverzerrungen.

Obermeisterin Bettina Nacken betont: „Wir haben nichts gegen Barbershops. Aber wir haben ein Problem mit unlauteren Strukturen. Wer sich nicht an Regeln hält, verschafft sich Vorteile auf Kosten derjenigen, die Verantwortung übernehmen.“

Dazu zählen unter anderem:

  • fehlende Eintragung in die Handwerksrolle
  • Umgehung der Meisterpflicht
  • nicht angemeldete Beschäftigte
  • Arbeiten ohne Rechnung

All diese Punkte fallen unter das Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz und sind kein Kavaliersdelikt.

„Billig kann nicht fair sein“

Auch Crott sieht die Auswirkungen solcher Praktiken im Alltag. „Wenn jemand Preise anbietet, bei denen du sofort weißt, dass das wirtschaftlich gar nicht funktionieren kann, dann läuft da etwas schief“, sagt er offen. „Am Ende zahlen das die Betriebe, die korrekt arbeiten.“

Für ihn ist klar: Qualität und faire Bedingungen haben ihren Preis. „Ich stehe zu meinen Preisen. Die spiegeln unsere Arbeit wider und die Tatsache, dass wir alles ordentlich machen. Billig kann nicht gleichzeitig fair sein.“

Verantwortung für die Branche

Ein zentraler Punkt ist für Crott die Verantwortung gegenüber dem Beruf selbst nicht zuletzt durch sein Engagement innerhalb der Innung. „Das Friseurhandwerk lebt davon, dass wir ausbilden, Wissen weitergeben und Standards halten“, sagt er. „Wenn das wegbricht, haben wir in ein paar Jahren ein echtes Problem.“

Diese Einschätzung teilt auch Obermeister Antonio Weinitschke:
„Betriebe, die außerhalb des Systems arbeiten, investieren in der Regel nicht in Ausbildung. Das schwächt langfristig die gesamte Branche.“

Ein Barbershop als Vorbild

Genau hier setzt Mike Crott bewusst ein Zeichen. Sein Betrieb steht für das, was sich die Innungen wünschen: ein modernes Konzept, das sich klar zum Handwerk bekennt.

 „Ich bin Teil der Innung. Barbershop ist einfach ein Teil des Friseurhandwerks“ , sagt Crott. Diese Haltung macht seinen Betrieb zu einem positiven Beispiel in einer oft emotional geführten Debatte.

Fazit

Barbershops sind aus der Branche nicht mehr wegzudenken. Sie bringen frische Impulse, neue Zielgruppen und moderne Konzepte. Entscheidend ist jedoch, auf welcher Grundlage sie arbeiten.

Mike Crott aus Aachen zeigt als Innungsmitglied und Ausbilder, dass Erfolg, Qualität und Regelkonformität kein Widerspruch sind, sondern die Basis für nachhaltiges Handwerk.

Oder, wie er selbst sagt:
„Am Ende geht es ganz einfach darum, seinen Job richtig zu machen – fachlich und menschlich.“

Was können Kundinnen und Kunden konkret tun?

Kundinnen und Kunden haben mehr Einfluss, als oft angenommen. Mit bewussten Entscheidungen können sie dazu beitragen, Qualität, Fairness und das Friseurhandwerk insgesamt zu stärken.

Auf einen eingetragenen Friseurbetrieb achten
Ein seriöser Betrieb ist in der Handwerksrolle eingetragen und arbeitet transparent. Unter Friseur Innung – Kreishandwerkerschaft Aachen finden Sie entsprechende Betriebe.

Ein Friseurbesuch ist mehr als ein schneller Service. Es geht um Vertrauen, Qualität und Sicherheit. Wer dies berücksichtigt, trifft langfristig die bessere Entscheidung. Obermeister Antonio Weinitschke bringt es auf den Punkt:
„Jede Kundin und jeder Kunde entscheidet mit, wie sich unsere Branche entwickelt. Wer sich für Qualität entscheidet, stärkt das Handwerk insgesamt.“