Erhalten statt ersetzen: Restauratoren zeigen ihr Handwerk (10.-12.09.2026)
Ein historisches Fenster, ein jahrhundertealter Dachstuhl oder ein wertvoller Bucheinband: Was über Generationen erhalten geblieben ist, lässt sich nicht einfach ersetzen. Es braucht Handwerkerinnen und Handwerker, die historische Materialien verstehen und wissen, wie sich Schäden fachgerecht beheben lassen.
Vom 10. bis 12. September 2026 machen die bundesweiten „Tage der Restauratoren im Handwerk“ diese besondere Kompetenz sichtbar. Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr öffnen Restauratorinnen und Restauratoren erneut Werkstätten, Baustellen und ausgewählte Denkmalobjekte. Die Veranstaltungsreihe soll künftig jährlich stattfinden.
Reparieren, wo andere ersetzen würden
Im Mittelpunkt steht ein Grundgedanke des Handwerks: erhalten und reparieren, wo es sinnvoll und möglich ist.
Restauratorinnen und Restauratoren untersuchen historische Konstruktionen und Materialien, beurteilen Schäden und entwickeln Lösungen für jedes einzelne Objekt. Ziel ist es, möglichst viel Originalsubstanz zu bewahren und Eingriffe auf das notwendige Maß zu beschränken.
Dafür reicht handwerkliches Geschick allein nicht aus. Restaurierung verbindet praktische Erfahrung mit historischem Wissen und wissenschaftlichem Verständnis. Traditionelle Handwerkstechniken treffen dabei auf zeitgemäße Methoden.
Gerade deshalb sollten Restauratorinnen und Restauratoren bereits früh in die Planung einbezogen werden. Ihre Erfahrung kann helfen, Schäden richtig einzuschätzen und unnötige Erneuerungen zu vermeiden.
19 Gewerke engagieren sich
Wie breit die handwerkliche Denkmalpflege aufgestellt ist, zeigt der Dachverband der Restauratoren im Handwerk (DRH). In ihm sind mehr als 900 Unternehmen aus 19 Gewerken organisiert.
Während der Aktionstage können Interessierte Restaurierung ganz praktisch erleben. Geplant sind bundesweit unter anderem offene Werkstätten und Baustellenführungen. Hinzu kommen Vorträge, Workshops und weitere Formate zum fachlichen Austausch.
Die Tage richten sich dabei nicht allein an Fachleute. Auch Eigentümer historischer Gebäude und interessierte Besucher können erfahren, was qualifizierte handwerkliche Denkmalpflege ausmacht.
Handwerk bewahrt kulturelles Erbe
Die Aktionstage machen eine Leistung sichtbar, die im Alltag leicht übersehen wird: Ohne qualifiziertes Handwerk lässt sich ein großer Teil unseres kulturellen Erbes nicht erhalten.
Gleichzeitig steht Restaurierung beispielhaft für eine Stärke des Handwerks, die heute wieder besonders aktuell ist. Nicht alles, was alt oder beschädigt ist, muss ersetzt werden. Fachgerechte Reparatur kann Ressourcen schonen und Werte erhalten.
Die Tage der Restauratoren im Handwerk schlagen zugleich die Brücke zum Tag des offenen Denkmals am 13. September 2026. Dort können viele historische Orte und Projekte besichtigt werden, an deren Erhalt Restauratorinnen und Restauratoren im Handwerk mitgewirkt haben.
Das bundesweite Veranstaltungsprogramm finden Sie unter:
https://veranstaltungen.dachverband-rih.de/