Friseurhandwerk zeigt Stärke: Mehr Umsatz und wieder mehr Auszubildende
Das Friseurhandwerk behauptet sich auch in einem wirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld. Die Umsätze steigen und auch bei den Ausbildungszahlen gibt es eine erfreuliche Entwicklung. Gleichzeitig sorgen steigende Kosten und ein zunehmender Wettbewerb durch Kleinstunternehmen für Herausforderungen – insbesondere für klassische Ausbildungsbetriebe.
Die Nachfrage nach professionellen Friseurdienstleistungen bleibt hoch. Das zeigt der aktuelle Branchencheck des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks. Nach den dort dargestellten Zahlen stieg der Umsatz der Branche von rund 7,07 Milliarden Euro im Jahr 2022 auf 7,73 Milliarden Euro im Jahr 2024. Für 2025 wurde ebenfalls mit einer positiven Entwicklung gerechnet.
Allerdings ist das Umsatzwachstum nur eine Seite der Medaille: Personal-, Energie- und Materialkosten sind ebenfalls deutlich gestiegen. Für viele Salons bleibt es deshalb eine zentrale Aufgabe, wirtschaftlich zu arbeiten und gleichzeitig Qualität, Service und persönliche Beratung auf hohem Niveau anzubieten.
Positive Entwicklung bei der Ausbildung
Besonders erfreulich ist die Entwicklung beim Nachwuchs. Nach zwei Jahren mit steigenden Ausbildungszahlen wurde auch für 2025 erneut ein Zuwachs erwartet. Die im Branchencheck dargestellten Zahlen zeigen die Entwicklung deutlich: Nach 13.509 Auszubildenden im Jahr 2023 und 13.889 im Jahr 2024 stieg die Zahl 2025 auf 14.621 Auszubildende.
Der Zentralverband des deutschen Friseurhandwerks wertet diese Entwicklung als wichtiges Signal für das Friseurhandwerk. Gleichzeitig bleibt die Nachwuchsgewinnung eine dauerhafte Aufgabe. Betriebe müssen junge Menschen für den Beruf begeistern und ihnen attraktive Ausbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten bieten.
Klassische Ausbildungsbetriebe unter Wettbewerbsdruck
Eine besondere Herausforderung sieht der Zentralverband in der zunehmenden Zahl von Kleinstunternehmen. Während die Gesamtzahl der Betriebe leicht zurückgeht, wächst insbesondere das Segment der Betriebe unterhalb der Umsatzsteuergrenze.
Nach Angaben des Zentralverbands waren 2025 von insgesamt 80.118 eingetragenen Salons zuletzt nur 53.516 umsatzsteuerpflichtig. Dadurch verschärfe sich der Wettbewerb für Betriebe, die ausbilden, sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze schaffen und entsprechende betriebliche Strukturen finanzieren müssen. Der Verband fordert deshalb faire Wettbewerbsbedingungen, weniger Bürokratie und Maßnahmen zur Stärkung des Mittelstands.
Qualität, Fachkräfte und Digitalisierung werden wichtiger
Für die Zukunft zeichnen sich mehrere zentrale Themen ab. Neben steigenden Kosten spielt die Fachkräftesicherung eine entscheidende Rolle. Die Ausbildung junger Menschen und die langfristige Bindung qualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden für die Betriebe immer wichtiger.
Gleichzeitig verändert sich der Markt. Kundinnen und Kunden legen zunehmend Wert auf individuelle Beratung, hochwertige Dienstleistungen und persönlichen Service. Für qualitätsorientierte Salons bietet dies die Möglichkeit, sich bewusst von standardisierten Discount-Angeboten abzugrenzen.
Auch die Digitalisierung schreitet weiter voran. Online-Terminbuchungen, Social Media und moderne Salonkonzepte gehören zunehmend zum betrieblichen Alltag. Sie können Abläufe effizienter gestalten, die Kundenbindung verbessern und die Sichtbarkeit eines Salons erhöhen.
Innungsbetriebe stehen für Ausbildung und Qualität
Aus Sicht der Kreishandwerkerschaft Aachen zeigt die Entwicklung, wie wichtig leistungsfähige und ausbildungsbereite Fachbetriebe für die Zukunft des Friseurhandwerks sind. Gerade Betriebe, die Nachwuchs ausbilden, qualifizierte Beschäftigung sichern und kontinuierlich in Qualität und Fachwissen investieren, leisten einen wichtigen Beitrag zur Stabilität der gesamten Branche.
Die steigenden Ausbildungszahlen sind deshalb ein positives Signal. Gleichzeitig braucht das Friseurhandwerk Rahmenbedingungen, unter denen sich Ausbildung, Beschäftigung und unternehmerisches Engagement auch wirtschaftlich lohnen.
Die Kreishandwerkerschaft Aachen und die Friseur-Innung Aachen setzen sich dafür ein, ihre Mitgliedsbetriebe bei diesen Herausforderungen zu unterstützen und gemeinsam die Zukunft des Friseurhandwerks in der Region zu gestalten.
Quelle: Branchencheck Friseurhandwerk, handwerk magazin 08/2026 / Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks.