Handwerk und Familie besser verbinden: KH Aachen plant KiTa-Initiative mit eigener Handwerksgruppe

Eine Kindergartengruppe werkelt unter Aufsicht Ihrer Betreuung

Einen passenden Kita-Platz zu finden, ist für viele Familien schwierig. Für Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Beschäftigte im Handwerk kommt ein weiteres Problem hinzu: Die üblichen Betreuungszeiten passen oft nicht zum Arbeitsalltag und meist kurzfristige Ausfälle erschweren die Planung zusätzlich. 

Die Kreishandwerkerschaft Aachen möchte deshalb gemeinsam mit der Caritas Aachen eine Kita-Gruppe mit besonderem Handwerksfokus entwickeln. Das geplante Angebot für Kinder von drei bis sechs Jahren soll frühkindliche Förderung mit einer verlässlichen und flexibleren Betreuung verbinden. 

Handwerk spielerisch entdecken 

Kinder sind neugierig. Sie wollen ausprobieren und selbst etwas schaffen. Manche Kinder suchen besonders viele neue Reize und brauchen zusätzliche Anregungen, um ihre Fähigkeiten auszuprobieren. Auch für sie kann ein handwerklicher Schwerpunkt ein willkommenes zusätzliches Angebot im Kita-Alltag sein. 

Genau daran soll das pädagogische Konzept anknüpfen. In altersgerechten Angeboten lernen die Kinder erste handwerkliche Tätigkeiten kennen. Geschultes Personal begleitet sie dabei. Die Kinder können in ihrem eigenen Tempo ausprobieren, wie sich unterschiedliche Materialien bearbeiten lassen und was mit den eigenen Händen entstehen kann. 

Betreuungszeiten, die besser zum Arbeitsalltag passen 

Gleichzeitig möchte die Kreishandwerkerschaft ein Problem aufgreifen, das viele Familien aus dem Handwerk kennen. Ein Arbeitstag beginnt nicht überall um acht Uhr und endet um 16 Uhr. 

Die geplante Randzeitenbetreuung soll deshalb mehr Flexibilität ermöglichen und eine Betreuung zwischen 6:30 und 19:30 Uhr ermöglichen. Dabei geht es nicht darum, Kinder möglichst lange betreuen zu lassen. Eltern sollen innerhalb eines verantwortbaren zeitlichen Rahmens besser auf ihren Arbeitsalltag reagieren können. 

Das ist insbesondere für Unternehmerfamilien wichtig. Kundentermine oder Baustelleneinsätze lassen sich nicht immer an starre Kita-Zeiten anpassen. 

Verlässlichkeit gehört zum Konzept 

Ebenso wichtig ist eine möglichst verlässliche Betreuung. Kurzfristige Ausfälle stellen Eltern vor große organisatorische Probleme. Für einen kleinen Handwerksbetrieb kann es besonders schwierig sein, wenn Beschäftigte spontan ausfallen müssen, weil die Kinderbetreuung wegbricht. 

Die Kreishandwerkerschaft schafft deshalb gemeinsam mit der Caritas zusätzliche Personalstellen, die eine hohe Verlässlichkeit auch bei krankheitsbedingten Personalausfällen gewährleisten kann. 

Projektstart für 2029 geplant 

Der Projektstart ist für Januar 2029 vorgesehen. Eine Aachener Kita der Caritas soll dafür eine bis dahin sanierte Gruppe zur Verfügung stellen. Bis dahin wollen die Kreishandwerkerschaft und die Caritas das Konzept weiterentwickeln und den tatsächlichen Bedarf ermitteln.  

Grundlegend ist das Angebot offen für alle Familien und benötigt keinen gezielten Handwerksnachweis. Dennoch ist es an den akuten Bedarfen der engagierten Mitglieder der Innungen ausgelegt und primär für diese konzipiert. 

Für zusätzliches Erziehungspersonal, welches benötigt wird, um die zuverlässige Betreuung zu gewährleisten, ist derzeit ein zusätzlicher Beitrag von ca. 450 Euro monatlich vorgesehen. Wer darüber hinaus die erweiterte Randzeitenbetreuung nutzen möchte, müsste nach der aktuellen Planung mit insgesamt ca. 950 Euro monatlich zusätzlich rechnen. Hinzu kommen jeweils die regulären einkommensabhängigen Kita-Gebühren. Die aktuelle Kostenstruktur bezieht sich auf Kindergartenkinder über drei Jahren und beruht auf ersten Kostenschätzungen. 

Die konkreten Zahlen, sowie Art der Zahlung sind noch Gegenstand der Konzeptprüfung. Angestrebt ist aber, dass die Kosten direkt als Betriebsausgaben geltend gemacht werden können, unabhängig davon ob es sich um das Kind des Betriebsinhabers oder der Betriebsinhaberin oder eines oder einer Angestellten. 

Sobald sich genügend Interessierte finden, kann das Projekt starten. 

Jetzt kommt es auf die Familien an. Für die Umsetzung des Projekts benötigen wir eine Mindestzahl an Interessenten. Nur wenn genügend Familien grundsätzlich Bedarf an einem solchen Angebot haben, können wir die Planungen gemeinsam mit der Caritas weiter vorantreiben. 

Deshalb benötigen wir Ihre Hilfe: 

Wenn eine Kita-Gruppe mit Handwerksfokus für Sie grundsätzlich interessant ist oder Sie bereits konkretes Interesse für Ihr Kind haben, beteiligen Sie sich bitte bis zum 4. September an unserer Umfrage. Auch eine unverbindliche Interessensbekundung hilft uns bei der weiteren Planung. 

Zur Umfrage 
 
Wir bedanken uns für Ihre Beteiligung.